
Triesdorf, 10. Juni 2026 – Unter dem Motto „Hohe Kosten, niedrige Erzeugerpreise – wie kann die Landwirtschaft weiter existieren?“ diskutierten Vertreter des LSV Deutschland e.V., des LsV Bayern und des LsV Baden-Württemberg gemeinsam mit Studierenden der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf über die aktuellen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der heimischen Landwirtschaft.
Durch den Abend führte Tizian Klein, 1. Vorsitzender des LsV Bayern, der die verschiedenen Themenblöcke moderierte und den Dialog zwischen Referenten und Publikum begleitete.
Zu Beginn blickte Michael Muhr vom LsV Bayern auf die aktuelle wirtschaftliche Situation landwirtschaftlicher Betriebe. Im Mittelpunkt standen die steigenden Produktionskosten, die Entwicklung der Erzeugerpreise sowie die Frage, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf die Zukunft der Betriebe auswirken. Dabei wurde deutlich, dass viele Landwirte heute zwischen steigenden Anforderungen, hohen Investitionskosten und oftmals unzureichenden Erlösen wirtschaften müssen.
Im zweiten Themenblock widmete sich Christian Coenen, 1. Vorsitzender des LsV Baden-Württemberg, der Perspektive der jungen Generation. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob jungen Menschen heute noch zur Übernahme eines landwirtschaftlichen Betriebes geraten werden kann. Coenen machte deutlich, dass Landwirtschaft nach wie vor ein attraktiver und erfüllender Beruf sei, eine erfolgreiche Betriebsübernahme jedoch zunehmend unternehmerisches Denken, Planungssicherheit und tragfähige wirtschaftliche Konzepte erfordere. Faire Erzeugerpreise, verlässliche politische Rahmenbedingungen und langfristige Perspektiven seien entscheidende Voraussetzungen, damit junge Menschen Verantwortung auf den Höfen übernehmen können.
Anschließend beleuchtete Marc Berger vom LSV Deutschland die politische Arbeit von „Land schafft Verbindung“. Er zeigte auf, wie sich die Bewegung seit den Bauernprotesten im Jahr 2019 entwickelt hat und welche Rolle der LSV heute als Gesprächspartner für Politik, Verwaltung und Gesellschaft einnimmt. Dabei wurde deutlich, wie wichtig der kontinuierliche Dialog zwischen Landwirtschaft, Politik und Gesellschaft für eine praxisnahe und zukunftsfähige Agrarpolitik ist.
Besonders positiv hervorzuheben war die aktive Beteiligung der Studierenden. Zahlreiche Fragen und Wortmeldungen führten zu einem offenen, kritischen und zugleich konstruktiven Austausch. Diskutiert wurden unter anderem die wirtschaftlichen Perspektiven der Landwirtschaft, die Herausforderungen bei der Hofnachfolge sowie die Erwartungen von Gesellschaft und Politik an die landwirtschaftliche Praxis.
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig der direkte Austausch zwischen landwirtschaftlicher Praxis und der nächsten Generation ist. Trotz vieler Herausforderungen wurde deutlich, dass die Landwirtschaft über große Chancen verfügt – vorausgesetzt, die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ermöglichen den Betrieben eine nachhaltige Zukunftsperspektive.
Der LSV Deutschland e.V., der LsV Bayern und der LsV Baden-Württemberg bedanken sich bei der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf sowie bei allen Studierenden und Gästen für das große Interesse und die engagierte Diskussion.