LSV Deutschland e.V. fordert verlässliche Rahmenbedingungen und praktikable Lösungen.

Bad Reichenhall, 19. März 2026 – Die Agrarministerkonferenz (AMK) in Bad Reichenhall hat den hohen Handlungsbedarf in der Agrarpolitik erneut deutlich gemacht. Landwirtschaft verbindet Deutschland e.V. (LSV Deutschland) hat die Perspektive der landwirtschaftlichen Praxis mit Nachdruck in die Beratungen eingebracht.

Im Fokus stand die zukünftige Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Die verfügbaren Mittel müssen gezielt bei aktiv wirtschaftenden Betrieben ankommen und die Versorgungssicherheit nachhaltig stärken.

Umwelt- und Klimamaßnahmen können nur dann dauerhaft Akzeptanz finden, wenn sie wirtschaftlich tragfähig sind. Betriebe brauchen Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen, um steigende Anforderungen erfüllen zu können.

Kritisch bewertet der Verband europäische Regelwerke wie die Entwaldungsverordnung und das Naturwiederherstellungsgesetz. Pauschale Vorgaben greifen häufig zu kurz – erforderlich sind differenzierte, standortangepasste Lösungen.

Bei der Düngeverordnung spricht sich der LSV Deutschland weiterhin gegen eine Ausweitung sogenannter „roter Gebiete“ aus. Bestehende Instrumente bieten ausreichend Möglichkeiten für eine fachgerechte Düngung.

Ein zentrales Zukunftsthema bleibt die Energieversorgung. Das Potenzial von Biogas zur Stabilisierung der Energieversorgung und zur Reduktion von Treibhausgasen wird bislang nicht ausreichend genutzt.

Auch bei Markt und Wettbewerb besteht dringender Handlungsbedarf. Eine verbindliche Herkunftslandkennzeichnung ist notwendig, um Transparenz zu schaffen und faire Wettbewerbsbedingungen zu sichern.

Steigende Mindestlöhne belasten insbesondere arbeitsintensive Produktionsbereiche. Gleichzeitig verschärft Importware den Wettbewerbsdruck zusätzlich.

Am Milchmarkt zeigen sich die Defizite besonders deutlich. Trotz bekannter Herausforderungen wurde auf der AMK kein wirksames Kriseninstrument beschlossen. Der LSV Deutschland hält es für nicht nachvollziehbar, dass erprobte Maßnahmen wie ein freiwilliger Lieferverzicht zur Mengensteuerung nicht weiterverfolgt wurden, obwohl sie in angespannten Marktsituationen stabilisierend wirken können.

Die AMK hat zentrale Themen adressiert, bleibt jedoch in wesentlichen Punkten hinter den Erwartungen der Praxis zurück. Der LSV Deutschland e.V. fordert daher, die diskutierten Ansätze in konkrete, praxistaugliche Maßnahmen zu überführen und die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft nachhaltig zu sichern.

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